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Firmengeschichte

Mit einer Munitionsanstalt (MUNA) 1938/39 in einem fast 250 ha großen, zur Gemarkung "Mittwald" gehörenden Waldgebiet, fing alles an. Auf dem Areal befanden sich Zweckbauten und Fabrikhallen zur ausschließlich militärischen Nutzung. Nach Ende des 2. Weltkrieges fiel der Beschluss der Besatzer, diese Bauten zu sprengen.

Nachdem der Generalgouverneur des Landes NRW im Mai 1948 das Gebiet der Ev. Kirche von Westfalen und dem Ev. Hilfswerk in Deutschland zur vorläufigen Nutzung übertrug, wurden die Sprengungen der ehemals 170 Gebäude gestoppt, 130 Massivbauten blieben stehen. Am 3.10.1948 wurde durch den Präses der Ev. Kirche von Westfalen das MUNA-Gelände nach dem im KZ verstorbenen Pastor Ludwig Steil benannt. Offiziell wurde das Ende der Demilitarisierung und damit das Ende des Abrisses der Gebäude erklärt.

Eine kirchlich eingebundene Aufbaugemeinschaft sollte allein verantwortlicher Träger des Siedlungswerkes sein. Für die Planung mussten liquide Finanzgeber gesucht und gefunden werden.

Herbst 1949: Der Kabinettbeschluss der nordrhein-westfälischen Landesregierung begründete die Bildung der "Aufbaugemeinschaft Gemeinnützige GmbH" aus der Ev. Kirche in Westfalen und dem Land NRW als "eine im Sinne des Stadtaufbaus objektiv wirkende Einrichtung, die eine vermittelnde Funktion in der Kommunalpolitik ausübt." (Quelle: Westfalen-Spiegel Ausgabe 11/1959, S. 26). Das Gebäude der Aufbaugemeinschaft diente nach Ende des 2. Weltkrieges bis ca. 1948 als sogenanntes "Krankenrevier" und Altersheim des Hilfswerks und wurde anschließend Firmensitz.

"Die Hauptaufgabe bestand darin, ein Siedlungszentrum für Vertriebene und Flüchtlinge zu schaffen und sich für ihre wirtschaftliche und soziale Eingliederung einzusetzen." (Quelle: "Arbeit, Wohnung und eine neue Heimat" - Espelkamp, eine Geschichte einer Idee, S. 139).

In Anknüpfung an die ursprünglichen Aufgaben der Eingliederung von Vertriebenen und Flüchtlingen widmet sich die Aufbaugemeinschaft Espelkamp nach wie vor der Aufnahme und Integration von Aussiedlern und anderen Migrantengruppen. Aber auch städteplanerisch war und ist die Aufbaugemeinschaft sehr aktiv: das ursprüngliche Gebäude des Söderblom-Gymnasiums, das Center-Gebäude auf dem Wilhelm-Kern-Platz und das Atrium am Bischof-Hermann-Kunst-Platz sind unter Mitwirkung der Aufbaugemeinschaft entstanden.

Ende der 1980er Jahre fand der stärkste Zuzug von Deutschen aus der ehemaligen UdSSR seit Ende des 2. Weltkrieges statt. Damit verbunden war eine sehr starke Zunahme der Bautätigkeit. Hierzu gehörten auch verschiedene Übergangswohnheime außerhalb Espelkamps: Stemwede, Rahden und Hüllhorst.

Zum 01.01.1990 entfiel per Gesetzesänderung der Status der Gemeinnützigkeit und der zwischenzeitlich verliehenen Kompetenz  Organ der staatlichen Wohnungspolitik .

Das 50jährige Jubiläum feierte die Aufbaugemeinschaft am 04.10.1999 im Bürgerhaus in Espelkamp mit prominenten Gästen aus Wirtschaft und Politik. Ehrengast war der damalige Bundespräsident Johannes Rau. Dies verdeutlicht nochmals die enge Verbindung zum Land Nordrhein-Westfalen.

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Gebäude der Aufbaugemeinschaft im Jahr 1949
erste Wohnbauten Anfang der 1950er Jahre
Wohn- und Geschäftsstraße Breslauer Str. im Jahr 1959